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Unsicheres AKW Biblis

8. April 2011

Jüngster Störfall unterstreicht unsere Forderung, das Atomkraftwerk Biblis endgültig vom Netz zu lassen

Nur ein Wochenende lag zwischen dem Einreichen der Klage der RWE gegen das vorläufige Stilllegen von Block A und dem nächsten Störfall

„Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es in Biblis A am Montag (4. April 2011) erneut zu einem Störfall in Form eines Brandes im Umspannwerk in Bürstadt über das die Reaktoren mit Strom versorgt werden. Und wir können von Glück sagen, dass Biblis A zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Atomkatastrophe in Japan abgeschaltet war“, zeigt sich jetzt die umwelt- und energiepolitische Sprecherin der GRÜNEN im Hessischen Landtag, Ursula Hammann, entsetzt.

Am Freitag habe RWE Klage gegen die Stilllegung des Alt-Meilers einreicht und am Montag darauf geschieht bereits der nächste Störfall. "Wie viele Störfälle brauchen wir in Biblis eigentlich noch, damit RWE und auch die schwarz-gelbe Hessische Landesregierung endlich begreifen, dass die Zeit für das Atomkraftwerk endgültig abgelaufen ist“, fragt sich die Grünen-Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Groß-Gerau. Der Störfall habe nach Ihren Informationen mit dem Brand in der Umspannanlage Bürstadt begonnen. Dabei habe die bei einem solchen Notfall vorgesehene automatische Umschaltung auf das zusätzliche Reservenetz nicht einwandfrei funktioniert, über welches das AKW in einer solchen Situation mit Strom versorgt werden solle. Denn zwei von vier Versorgungsschienen hätten sich nicht, wie vorgesehen, automatisch umgeschaltet.

Nicht das erste Mal Probleme mit der Stromversorgung

„Biblis A und B hatten schon mehrfach Probleme mit der eigenen Stromversorgung und stehen, was die Häufigkeit der Störfallmeldungen auch insgesamt anbelangt, ganz weit oben auf der Liste“ betonte Ursula Hammann. Wie viele Menschen erst durch die Atomkatastrophe in Fukushima gelernt haben, muss ein Atomkraftwerk auch noch nach der Abschaltung zuverlässig mit Strom versorgt werden. Auch das ist in Biblis nicht sicher“, erklärte die Grüne weiter. In Anbetracht des Störfalls nannte sie es erneut „unerträglich, dass RWE Klage gegen die Stilllegung von Block A eingereicht“.

Denn der jüngste Störfall unterstreiche vielmehr, wie berechtigt die Forderung der Atomkraftgegner und der Grünen sei, die beiden Altmeiler in Biblis nie wieder ans Netz gehen zu lassen. Den Christdemokraten und Liberalen riet Ursula Hammann daher dringend, „nicht weiterhin das Märchen zu erzählen, die deutschen Atomkraftwerke seien die sichersten der Welt“, sondern endlich mit dem Atomausstieg und der Energiewende Ernst zu machen.

Zusätzliche Information

UH Pressefoto für Homepage Querformat

Ursula Hammann sieht durch den jüngsten Störfall in Biblis die Forderungen nach einem endgütligen Aus für das derzeit vom Netz genommene Atomkraftwerk in Südhessen sowie nach einer raschen Energiewende ein weiteres Mal bestätigt.