Springe direkt zu: Contentbereich, Hauptnavigation, Suche
Sie sind hier:
"Acht uralte Atomkraftwerke wurden aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Es darf nicht sein, dass eines dieser Reaktoren als "Kaltreserve" betriebsbereit gehalten wird. Wir fordern die Hessische Landesregierung dringend auf sich dafür einzusetzen, Biblis B ausgeschaltet zu lassen" so die energiepolitische Sprecherin von BÜNDNIS ´90/ DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag, Ursula Hammann.
Die Frankfurter Rundschau (FR) berichtet heute darüber, dass angeblich AKW Biblis B an vorderster Stelle für die "Kaltreserve" im Rennen sei. Eine Anfrage der Bundestagsfraktion der GRÜNEN förderte jetzt zu Tage, dass das Atomkraftwerk Biblis B mit 21 "meldepflichtigen Ereignissen" beim Anfahren besonders heraussteche. Auffällig sei die Häufung mit zehn Vorfällen in der Zeit von Mitte 2009 bis Mitte 2011. Darunter war auch eine Reaktorschnellabschaltung. Das seien mehr Pannen als in jedem der anderen Reaktoren seit 1991.
"Atomkraftwerke sind für eine Kaltreserve völlig ungeeignet. Sie sind nicht flexibel genug, um in ein paar Stunden eine schwankende Stromerzeugung auszugleichen. Entweder sind die Brennstäbe außerhalb des Reaktorkerns, dann dauert es wochenlang, bis das Kraftwerk wieder in Betrieb ist. Oder die Brennstäbe sind im Reaktorkern, und das Kraftwerk ist damit faktisch in Betrieb, produziert aber keinen Strom. Dann müssen die Brennstäbe gekühlt werden, und dafür müssen die Pumpen laufen. Das Kraftwerk produziert dann also nicht etwa Strom, sondern würde sogar in erheblichem Umfang Strom verbrauchen. Das Sicherheitsrisiko durch den Schrottreaktor Biblis B wäre also weiterhin sehr hoch ist und der Betrieb teuer. Das ist nicht sinnvoll" so Ursula Hammann erläuternd.