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Es scheint ein Kasperletheater rund um den Frankfurter Flughafen statt zu finden. Die Landesregierung um den damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch unterstützte den Bau einer neuen Landebahn mit dem Versprechen eines Nachtflugverbotes, ein paar Monate vor Einweihung wird von der CDU/FDP-geführten Regierung ein Revisionsantrag gegen das Nachtflugverbot eingereicht und nun das – Lufthansa spricht sich gegen Inbetriebnahme der neuen Landebahn aus.
"Hier wird gepokert um das Wohl der Menschen in der Rhein-Main-Region. Der Preis für eine neue Landebahn war das Nachtflugverbot. Das war auch Lufthansa bekannt. Dass sich Lufthansa kurz vor Eröffnung gegen die neue Landebahn ausspricht zeigt, wie sicher sich alle waren, dass das Nachtflugverbot nicht kommt. Aber da haben sie sich verschätzt" so Ursula Hammann, GRÜNE Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Groß-Gerau, erleichtert.
Grund für die Äußerungen von Lufthansa war die kürzlich bekannt gewordene Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes, die im Planfeststellungsbeschluss der Landesregierung, zwischen 23.00 Uhr und 05.00 Uhr insgesamt 17 Starts und Landungen zu erlauben, widerspricht und keinerlei Flüge in dieser Zeit erlaubt.
"Bisher hat die Landesregierung nur die Interessen der Luftverkehrswirtschaft und nicht die Bedürfnisse der Anwohnerinnen und Anwohner auf Nachtruhe vertreten. Nach dem klaren Urteil aus Kassel muss die Landesregierung den Revisionsantrag zurückziehen und endlich das Nachtflugverbot akzeptieren. Die Äußerungen von Lufthansa dazu sind lächerlich" so die umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion, Hammann, weiter.
Zudem fordern DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag die Landesregierung auf, eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Luftverkehrsgesetzes zu starten, um Lärmschutz als die neben der Sicherheit vorrangige Aufgabe der Flugsicherung gesetzlich zu verankern. Außerdem sollen die Bürgerinnen und Bürger in Zukunft bei den Verfahren zur Festlegung von Flugrouten und Flughöhen beteiligt werden.