
Datum: 25. Januar 2012
"Endlich wird der Gifteinsatz gestoppt" – mit diesen Worten begrüßte Ursula Hammann, Landtagsabgeordnete der GRÜNEN aus dem Kreis Groß-Gerau die Entscheidung von Umweltministerin Puttrich (CDU), im Staatswald des Forstamtes Hanau-Wolfgang keine Pflanzenschutzmittel gegen den Waldmaikäfer einzusetzen.
"Die Maßnahmen der Landesregierung zum Schutz und zur Rettung des Hessischen Waldes bestanden bisher aus zwei Pfeilern – Pflanzenschutzgift und Neuanpflanzungen. Dabei kommen ökologische Systeme mit temporären Schäden wie dem vermehrten Insektenbefall durch den Waldmaikäfer durchaus zurecht" so die umweltpolitische Sprecherin ihrer Fraktion erläuternd.
Nach Einschätzung von Experten erholen sich die Bäume recht schnell von den Fraßschäden und gleichen sie durch neue Triebe wieder aus. "Wichtig sind wirksame Konzepte zur Waldgesundung. Wir haben im Hessischen Ried ein erschreckend hohes Waldsterben durch zu weit abgesunkene Grundwasserspiegel und hohe Emissionsbelastungen. Dagegen muss etwas unternommen werden, dann schafft es der Wald alleine, sich gegen natürliche Schädlinge zu wehren."
"Neben dem Schädling Waldmaikäfer werden auch besonders geschützte Tierarten gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz und den europäischen FFH-Richtlinien geschädigt oder getötet. Sie bedürfen unserem umfassenden Schutz" so Hammann erläuternd. Wichtig sei nun eine Ausweitung des Pestizidverbotes gegen den Waldmaikäfer auch außerhalb des Staatswaldes, denn Maikäferpopulationen befinden sich nach Einschätzungen des Ministeriums zu zwei Dritteln auf Kommunal- und Privatwaldflächen. "Die kommunalen und privaten Waldbesitzer müssen den Einsatz des Pflanzenschutzmittels beim Ministerium beantragen. Ich fordere Ministerium Puttrich als logische Konsequenz ihres Pestizidverbotes diese Anträge abzulehnen."
Der Maikäfer stelle nicht den alleinigen Verursacher für Negativentwicklungen in Hessens Wäldern dar. Er sei ein Symptom für die starken Belastungen, denen die südhessischen Wälder ausgesetzt seien. Grund für die Maikäfervermehrung seien neben veränderten klimatischen Bedingungen auch weitere Schadfaktoren wie Grundwasserveränderungen, Luftschadstoffe und Sturmereignisse.